Der Abschied

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Überall Aufbruchsstimmung. Vor dem Theater Le Petit Chien stehen zwei Lastwagen, wird Material aus dem Gebäude auf die Straße, in die Laderäume geschleppt. Stühle sind es, die beim Fondue-Restaurant, wo eine ganze Reihe schweizer Truppen gespielt hat, auf die Straße gereiht werden. Vor dem angrenzenden Pittchoun Théâtre sind die Stellwände mit Werbung für die gebotenen Stücke verschwunden. Ein großer, breiter Lastwage blockiert den ganzen oberen Teil der Rue des Teinturiers – aber an diesem Sonntagmorgen stört das kaum jemanden. Am Théâtre des Halles sind bereits alle Festivalspuren verschwunden.

 

Der Blick auf die Titelseite der lokalen Tageszeitungen lässt nicht vermuten, dass bis vor wenige Stunden die Stadt für Tage im Rhythmus eines riesigen Kulturfestivals gelebt hat. Ich verzichte darauf, mir eins dieser Blätter zu kaufen. Ein letzter Kaffee auf der menschenleeren Terrasse von Ginette & Marcel, wo mir die Bedienung noch einmal ohne Aufforderung einen Espresso bringt – „Ist doch richtig, oder?“. Dann Sachen packen in der Gerberstraße. Meine Gastgeberin Océane hat spontan Besuch von einer Freundin bekommen, zusammen essen wir zu Mittag.

 

Eine kurze Siesta, danach geht es auf zu den Stadtmauern, vor denen mein Auto die mehr als drei Festivalwochen ohne Schaden überstanden hat. Gut zwölf Stunden Fahrt liegen vor mir, erwartete Ankunft in Brüssel gegen vier, fünf Uhr am Morgen. Von den zahlreichen Werbeplakaten für die Off-Stücke sind viele schon verschwunden. Andere liegen halb zerfleddert auf der Straße. Eine Frau läuft mir entgegen, trägt drei gut erhaltene Exemplare unterm Arm. Erinnerungen an das Off 2008.

 

Ich starte den Motor und verlasse Avignon Richtung Norden.

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