Top-Posts
-
Der 21. Tag oder: Alfred de Musset im Dreierpack
Seit dem Ende des In ist die Atmosphäre irgendwie entspannter, aber auch alltäglicher geworden. Der aufregende Reiz des dichten Festivals ist verschwunden. Fast schon vergessen ist, dass das In an seinem Anfang ohne das Off mit dem gleichen Problem zu...
-
Der Abschied
Überall Aufbruchsstimmung. Vor dem Theater Le Petit Chien stehen zwei Lastwagen, wird Material aus dem Gebäude auf die Straße, in die Laderäume geschleppt. Stühle sind es, die beim Fondue-Restaurant, wo eine ganze Reihe schweizer Truppen gespielt hat,...
-
Der letzte Festivaltag
„Entgegen all den Gerüchten, die im Umlauf sind, kann man sagen, dass das Off 2008 ein großer Erfolg ist.“ Lautes Lachen, einige Buhrufe – die Bilanz-Pressekonferenz des Off-Veranstalters Avignon Festival & Compagnies hat begonnen. Viele der Anwesenden...
-
Der Präsident im Interview
Vor knapp einer Stunde stand André Benedetto noch auf der Bühne, jetzt sitzt er an dem lang gestreckten Tisch im Empfangsraum des Théâtre des Carmes. Im angrenzenden Theatersaal läuft die nächste Vorstellung, wir sind die einzigen Menschen im Foyer. Gekleidet...
-
Der 18. Tag oder: Auf der anderen Seite der Rhône
Erstaunlich leer sind heute Morgen die Straßen von Avignon. „Das In ist zu Ende, das wird eine harte Woche für uns werden“, sagt Schauspieler Guillaume Videlier vom Théâtre de la Tortue. Wir laufen uns zufällig in der Fußgängerzone über den Weg, bleiben...
-
Der 17. Tag oder: In vino veritas...
Letzter Tag des In-Festivals – doch die Bilanz ist schon gezogen. Laut Veranstalter war 2008 ein voller Erfolg. 116000 Zuschauer bei insgesamt 310 Vorstellungen, eine Auslastung von 93 Prozent. Eine kleine Steigerung sogar zum Vorjahr. Zu der vor zwei...
-
Der 16. Tag oder: Zirkus auf der Insel
Der Tag gehört dem Zirkus. Kurz nach 9 Uhr mache ich mich auf den Weg auf die Ile de la Barthelasse, die kilometerlange Insel inmitten der Rhone zwischen den beiden Städten Avignon und Villeneuve-lez-Avignon. Auf dem dortigen Espace Vincent de Paul hat...
-
Der 14. Tag oder: "Ich fahre raus, raus, raus"
18.10 Uhr, sie kommen an: Mathieu, Marie, und Claire. Yoan, Cédric und Alexandra. „Tut mir leid, der Verkehr um diese Zeit…“, entschuldigt Mathieu die kleine Verspätung. In einem Appartement nahe des Stadtrings, der Rocade, haben die vier jungen Schauspieler...
-
Der zehnte Tag oder: Ein Lied zeigt Wirkung
Das Lied zeigt Wirkung. Jeden Tag tönt es mindestens einmal von irgendwo her, erinnert es mich an christliche Jugendfreizeiten, an Gitarre, fröhliche Gesänge über Jesus und das schöne Leben. Einmal waren die Schauspieler auch an meinen Tisch bei Ginette...
-
Der neunte Tag oder: Zwei Puppenspiele
Rachel hat Feuer gefangen. Ein Tag Festival plus heute scheinen ihr nicht genug. „Ich könnte mit meiner Schwester zurückkommen, damit sie das auch mal sieht“, sagt sie, kurz nachdem sie aufgewacht ist. Océane ist schon zum Arbeiten weg, ich sitze vor...
-
Der achte Tag oder: Das Festival in der Banlieue
„Wir sind die bedeutendste Spielstätte im Off.“ Murielle Richard sitzt an einem der schattigen Tische im Gartencafé des Theaters La Manufacture, „sehr müde“, wie sie sagt. Während des Gesprächs grüßt sie öfter in die Runde, steht einmal sogar vom Tisch...
-
Der fünfte Tag oder: Das Abenteuer Avignon
„Wenn es nicht klappt, stürze ich mich aus dem Fenster.“ Thea Deege lacht schnell hinterher, um ihrer Aussage die Schärfe zu nehmen. Gut eine halbe Stunde nach der Aufführung ihres Stücks „Imi Tati“ sitzt die 56-jährige Schauspielerin und Autorin des...
-
Der vierte Tag oder: Drei neue Genres
Die Nacht war furchtbar. Mehrere Dutzend Mücken müssen sich an mir satt gesaugt haben. Ein nicht enden wollendes Konzert von Summtönen hat mein Ohr über sich ergehen lassen müssen. Eine Jagd auf die Plage war mir verwehrt gewesen aus Rücksicht auf die...
-
Der dritte Tag oder: Die erste Enttäuschung
Ein heftiges Gewitter entlädt sich in der Nacht über Avignon. Zwar hat es sich am Morgen verzogen, doch die Schäden sind erstmal geblieben: Die Wifi-Verbindung des Off-Festivals ist nicht mehr funktionsfähig. Wann es repariert sein wird, kann keiner sagen....
-
Der zweite Tag oder: Die ersten Stücke
Den Vormittag verbringe ich mit Arbeiten, Texte schreiben, den Blog verfassen. Nachdem ich alles verschickt habe, möchte ich bei der „Bar du Off“ vorbeigehen. Sie liegt im Westen der Altstadt, schon außerhalb der alten Stadtmauern, auf der Allée de l’Ouille,...
-
Der erste Tag
Um 5 Uhr morgens haben die Tankstellen noch geschlossen. Schlecht, denn die Benzinuhr meines Wagens neigt sich dem unteren Ende zu. In Valence versuche ich, an einer Tanksäule mit meiner Kreditkarte zu bezahlen – vergeblich. Mein deutsches Plastik wird...
-
Vor der Abreise
Kurz vor der Abreise, die Sachen liegen packfertig auf dem Bett. Aus dem Kleiderschrank haben es vor allem Sommersachen dorthin geschafft. Kurze Hosen, T-Shirts, Sandalen. Ein Pulli müsste genügen, eine lange Hose auch. Socken? Nun ja, vier Paare werden...
-
Das Projekt
Noch zwei Tage, dann geht es los. Drei Wochen lang Theater, Theater und nochmal Theater. Off-Theater versteht sich. Oder "Freie Szene", wie im deutschsprachigen Raum wohl am häufigsten gesagt wird. Morgen Abend mache ich mich auf den Weg. Zwölf Stunden...
-
Der zwölfte Tag oder: Dante in der Gasse
Windig ist es heute in Avignon. Der Mistral hat sich als Gast zum Festival eingeladen. Beim Gehen durch die Stadt, über die zum Teil engen Bürgersteige der Straßen, muss man deshalb acht geben, dass einem die Papp-Plakate der Off-Stücke nicht plötzlich...
-
Der elfte Tag oder: Die koreanische Überraschung
Der Tag fängt durchaus lustig an. Die ganze Woche schon hatte ich mir vorgenommen, das Stück der Straßburger Truppe vom Kafteur anzuschauen. Weniger aus Verbundenheit zur alten Heimat, als vielmehr wegen der Freude, Bruno Dreyfürst aus der Bühne zu sehen...
-
Der sechste Tag oder: Eine deutsche Truppe
Erstmals beginnt der Tag für mich an den frühsten aller möglichen Stunden. Es ist kurz nach Mitternacht, als sich Muriel und Nikolaus im Beisein ihrer Produzentin in einem kleinen Raum schräg gegenüber des kleinen Theaters Le Vieux Balancier mit mir zusammensetzen,...
-
Der 22. Tag oder: Einmal ins Paris
Langsam geht das Festival zu Ende. Ich schaue auf die Liste der Themen, die ich noch bearbeiten wollte: Gespräch mit einem Theaterdirektor über die Kosten des Festivals. Teilnahme an den Plateaux ouverts im Espace Alya, wo dort spielende Truppen mit dem...
-
Der 19. Tag oder: Wie modern darf es bitte sein?
Die Straßen bleiben leer. Nun ja, nicht ganz. Aber das Ende des In-Festivals macht sich deutlicher bemerkbar, als ich mir vorgestellt hatte. Gegen kurz nach zehn Uhr ist in der Gerberstraße noch nichts los. Ein paar wenige Leute sitzen in Cafés, gähnen...
-
Der 13. Tag oder: Melancholische Chansons
Ganz offensichtlich erlebe ich ein anderes Festival als die große Masse der Off-Besucher. Aus der Lokalzeitung La Provence erfahre ich, dass die Theatersäle des Palace und des Paris die Liste der meist besuchten Spielstätten anführen. Beides Theater,...
-
Der 20. Tag oder: Entdeckungsreise nach Taiwan
Taiwan ist mit fünf Truppen beim Festival vertreten – und ähnlich wie mit Japan nehme ich mir für heute eine Entdeckungsreise in diese für mich fremde Theaterkultur vor. Beim Blick in den Festival-Katalog stoße ich jedoch auf eine nicht unerhebliche Schwierigkeit:...